Aren’t we on a climbing trip?

Sikkim_post1

-english translation below-
-written by martin-

Wenn wir am 23.06.2015 in Watervall Boven (Süd Afrika) ankommen, sind es 84 Tage seit wir unsere Rucksäcke in Hampi zusammenpackten. Vierundachtzig Tage, beinahe drei Monate, in denen wir sage und schreibe sieben Stunden geklettert sind. Und davon auch noch zwei Stunden am Plastik. Eine wirklich vorbildliche Zahl für eine Kletter-Weltreise…
Mit unserer Einreise nach Nepal hatten wir zwar eine kletterfreie Zeit geplant, jedoch mit einem anderen Inhalt. Nach unserer Zeit mit Markus und dem viertägigen Poon Hill Trek, wollten wir für zwei Wochen Volunteeren und anschließend eine 21-tägige Wanderung im Osten Nepals machen. Somit hätten wir einen Einblick in die nepalesische Lebensweise, sowie die nepalesische Bergwelt bekommen. Doch dann wurden unsere Pläne kurzfristig geändert. Mehr Info’s dazu gibt es hier. Wieder zurück in Indien fuhren wir, ohne große Planung, weiter nach Sikkim. Ein Bundesstaat im Nordosten Indiens, der im Westen an Nepal, im Norden an China und im Osten an den Buthan grenzt. Sikkim ist sehr grün und auch sehr hügelig. Neben Mt. Khangchendzonga, dem mit 8598m dritt höchsten Berg der Welt, gibt es noch genügend andere Gipfel, die auch für uns zugänglich sind. Das dachten wir zumindest und wollten hier unsere 21-tägige Wanderung von Nepal nachholen. Im Gegensatz zu Europa, wo glücklicherweise sämtliche Berge frei zugänglich sind, benötigt man in Nepal immer ein Permit. Wenn man aber nicht gerade den Mt. Everest besteigen will, halten sich die Kosten dafür in Grenzen. Das Permit für den Poon Hill Trek kostete 40€ pro Person und für die 21-tägige Wanderung wären es 50€ pro Person gewesen. In Sikkim kommt man für weniger als 60€ pro Person und pro Tag aber auf keinen Gipfel. Zumindest auf keinen der über 4000m Metern liegt. Und nachdem unser Reisebudget keine 120€ pro Tag zulässt, haben wir uns eben mit 3000ern begnügen müssen ;)
Zurück in Indien und nach den zwei Nächten im Sterne-Hotel in Patna, fuhren wir wie gesagt weiter Richtung Sikkim. Unser erster Stop war Kalimpong, gefolgt von Lava, Gangtok, Ravangla, Pelling, Yuksom, Namchi, Darjeeling, Mirik, Lataguri und (momentan) Kolkata. In jedem dieser Orte verbrachten wir zwischen drei und acht Nächten. Meist haben wir uns am ersten Tag den Ort angeschaut und an den darauffolgenden Tagen die Umgebung erkundet. In Gangtok, der Hauptstadt von Sikkim, haben wir uns erneut mit Madhu getroffen, der dort an einem Boulder Wettbewerb teilnahm. Leider haben wir die Anmeldefrist um zwei Tage versäumt. Im Anschluss an den Bewerb versuchte Lisa die Frauen Boulder und ich die der Männer und es wäre für uns beide ein Platz unter den ersten Fünf drin gewesen.
Das ständige Weiterreisen von einem Ort an den nächsten wird mit der Zeit jedoch etwas zach, man könnte auch fast langweilig sagen. Man kommt an der Bus-/Jeepstation an, muss ein Hotel suchen, packt das Notwendigste aus dem Rucksack aus, schaut sich den Ort an, geht zu Abend essen, schläft, spaziert ein wenig, Mittag essen, schaut sich eine Sehenswürdigkeit an, schläft, noch eine Sehenswürdigkeit und nach einer weiteren Nacht packt man den Rucksack wieder zusammen und fährt in den nächsten Ort, in dem alles wieder von vorne beginnt. Gute zweieinhalb Wochen waren wir in diesem Schema unterwegs. Und wir sind uns einig, dass dies auch die einzigen beiden Wochen während unserer Reise bleiben. Denn mit dieser Art zu reisen sieht man alles und hat trotzdem nichts gesehen. Neben vielen kürzeren Wanderungen überall in Sikkim, haben wir die mehrtägige Wanderung von Pelling nach Yuksom abgekürzt und konnten dabei an einem Tag 35km, mit im Nachhinein doch etwas zu vielen Höhen- & Tiefenmetern, zurücklegen. In Ravangla gingen wir auf den 3150m hohen Mt. Maenam, in Namchi wanderten wir zu der auf Samdruptse gelegenen 45m hohen Padmasambhava Statue, die man schon aus mehreren Kilometern Entfernung sehen kann und in Pelling besuchten wir die Pemayangtse Gompa, eines der ältesten Klöster Sikkims, sowie die Ruinen von Rabdentse, der einstiegen königlichen Hauptstadt von Sikkim vom 16. bis ins 19. Jahrhundert.
Mittlerweile sind wir schon einige Zeit zu dritt unterwegs, zusammen mit Karo. So unkompliziert wie wir uns Anfang April auf einen Treffpunkt einigten ist auch das gemeinsame Reisen.
Karo: Wo seit ihr denn Ende Mai?
Wir: Wahrscheinlich im Nordosten Indiens, so in der Gegend um Darjeeling.
Karo: Passt. Der nächstgelegene Flughafen ist bei Siliguri – Flug ist gebucht. Bis Bald!
Mit im Gepäck hatte Karo unter anderem einen Campingkocher inkl. Geschirr, zwei Unterlagsmatten, ein Paar Sandalen, ein Paar Zustiegsschuhe, eine Packung Tabak, Papes, Filtertips, eine Flasche Obstler und zwei internationale Führerscheine. Letztere benötigen wir für unser bereits gebuchtes Mietauto in Südafrika. Vielen Dank nochmals für all die Sachen liebste Karo! Eines hat sich durch das Reisen zu dritt aber merklich verändert: die einzelnen Tage wurden deutlich aktiver verbracht. Aber nachdem Lisa & ich mit der Zeit immer „langsamer“ reisten, war uns das nicht unrecht :)
Sehr aktiv war auch Barath, unser Guide im Gorumara National Park. Als wir gerade stehen blieben, um eine Elefanten Familie beobachten zu können, kuppelte er blitzschnell ein und fuhr mit Vollgas davon. Gerade als wir uns die Frage nach dem Wieso stellten, sahen wir wie die Elefantenkuh los startete und uns in vollem Galopp verfolgte. Ein wahrhaft angsteinflößender Moment. Ohne Barath, der die für uns nicht sichtbare Gefahr im Verhalten der Elefantenkuh erkennen konnte, würde ich diesen Bericht wahrscheinlich nicht hier im Grünen sondern (wenn überhaupt) eher aus dem Krankenhaus schreiben.
Abschließend aber nochmal zurück zum Thema Kletterweltreise. Diese wird in Südafrika erneut gestartet und wenn nicht wieder eine Verletzung dazwischen kommt, werden wir bis ins nächste Jahr von einem Klettergebiet ins nächste fahren. Jippie! Vorfreude ist eben doch die schönste Freude…
Die Bilder zu unserer Zeit in Sikkim gibt’s hier. Und hier von unserer Reise von Darjeeling nach Kolkata.

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On June 23rd, 2015 we will arrive in Watervall Boven (South Africa). Since we left Hampi, it will be day 84 on our trip. Eightyfour days, almost three month, during which we were climbing for seven hours only. And two of them just on plastic. A truly commendable number for a climbing world trip…
With the border crossing to Nepal we planned some time without rock climbing, but with a lot of trekking instead. After our time together with Markus and the four-day Poon Hill Trek, we wanted to spend two weeks volunteering followed by a 21-day-trek in the east of Nepal. Thus we would have gained an insight in the Nepalese culture and the Nepalese Himalaya. But our plans changed on short notice. Read more about the changing factor. Back in India we headed towards Sikkim. A state in the north east of India, surrounded by Nepal in the west, China in the north and Buthan in the east. Sikkim is very green and very hilly. Besides Mt. Khangchendzonga, with 8598m (28208 ft) the third highest mountain in the world, there are plenty of other peaks that are accessible for us as well. At least that is what we thought and wanted to catch up on our 21-day-trek from Nepal. Contrary to Europe, where every mountain is accessible for everyone, you need a permit for every mountain in Nepal you want to climb. But if you are not up to ascend Mt. Everest, the charges are affordable. The permit for the Poon Hill Trek is 40€ per person and for the 21-day-trek it would have been 50€ per person. But in Sikkim you are not climbing any peak for less than 60€ per person and per day. At least not a peak above 4000m (13000 ft). And as our travel budget does not tolerate 120€ per day, we had to content ourselves with 3000ers (10000 ft) ;)
Back in India and after two nights in a star-hotel in Patna we headed towards Sikkim, as mentioned above. Our first stop was Kalimpong, followed by Lava, Gangtok, Ravangla, Pelling, Yuksom, Namchi, Darjeeling, Mirik, Lataguri and (at the moment) Kolkata. We stayed between three and eight nights in each place. Usually we spent the first day to explore the city/village and on the second we explored its surrounding. In Gangtok, the capital of Sikkim, we once again met Madhu, where he participated in a bouldering competition. Unfortunately we missed the registration by two days. After the competition Lisa tried the female boulder problems and I went for the men’s. And we both would have entered the top five.
The continuous travelling from one place to another is getting boring after a while. You reach the bus/jeep station, look for a hotel, get the most necessary from the backpack, explore the city/village, have dinner, sleep, go for a walk, lunch, check out some sights, sleep, other sights and after one more night you are packing up your stuff again and head to the next place, where it starts all over again. This was our routine for two and a half weeks. And Lisa & I agreed, these will remain the only two weeks of our trip. As you will see everything but experience nothing with this style of travelling. Besides many single-day treks all over Sikkim, we shortened the multi-day trek from Pelling to Yuksom and walked 35km (22 mi) in a day. In Ravangla we climbed Mt. Maenam with an altitude of 3150m (10335 ft), in Namchi we walked to the Padmasambhava statue, dominating the forested Samdruptse ridge and visible for kilometres around. In Pelling we went to Pemayangtse Gompa, one of Sikkim’s oldest and most significant Nyingmapa gompas, as well as to the ruins of Rabdentse, the royal capital of Sikkim from the 16th to 19th century.
In the meantime there are three of us, as Karo joined up. Our way of travelling together is as straightforward as we agreed on a meeting place at the beginning of April.
Karo: Where are you guys at the end of May?
We: Probably in the northeast of India, somewhere around Darjeeling.
Karo: Okay. The closest airport is Siliguri – just booked a flight. See you soon!
Along with her stuff, Karo brought a camping stove incl. pots, two sleeping mats, one pair of sandals, one pair of approach shoes, loose tobacco, papes, filter tips, a bottle of schnapps and two international driving licences. Which are required for the rental car in South Africa, we already booked. Thanks again dearest Karo! But one thing changed since she joined: we spend every day way more active. But as Lisa & I were travelling pretty slowly, this change came in handy :)
As well very active was Barath, our guide in the Gorumara National Park. While we were stopping to observe an elephant family, he suddenly engaged the clutch and drove away as fast as he could. Just as we asked ourselves why, we saw the cow elephant mounting an attack and chasing us at full speed. A truly frightening moment. Without Barath understanding the elephant’s behaviour, which we did not see at all, I probably would not write this post in a green surrounding but rather (if at all) in a hospital.
Finally one more thought about our climbing world trip. In South Africa we will give it a new start! And if there won’t happen any further injuries, we will hop from one climbing spot to another until 2016. Yippie! The greatest pleasure lies in the anticipation…
Here you find the pictures from our time in Sikkim and here from our trip from Darjeeling to Kolkata.

 

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